Die Nutzung der alpinen Wasserkraft im Spannungsfeld zwischen Klimawandel und Liberalisierung der Strommärkte
Durch den hohen Anteil der Wasserkraft an der Österreichischen Stromerzeugung sind mögliche klimawandelbedingte Auswirkungen auf das Abflussregime für die Stromwirtschaft von besonderer Relevanz. Verschiedene Szenarioanalysen zeigen, dass die energiewirtschaftliche Nutzung der Wasserkraft dabei weniger von einem Rückgang der jährlichen Abflussmengen sondern stärker von einer Verschiebung eines Teils des jährlichen Abflusses von den Sommer- in die Wintermonate betroffen sein wird. Ohne Einbeziehung einer Betrachtung der übergeordneten Entwicklungen im europäischen Strommarkt wäre diese Verschiebung als positiv zu beurteilen, da in den vergangenen Jahrzehnten die Strompreise nachfragebedingt im Winter höher als im Sommer waren. Diese für Österreich bisher typische Strompreisstruktur wird allerdings immer stärker von den übergeordneten Entwicklungen im westeuropäischen Regionalmarkt überlagert. Insbesondere der Ausbau der Stromerzeugung aus fluktuierenden erneuerbaren Energien führt zu einer deutlich höheren Volatilität der Strompreise. Mögliche klimabedingte Effekte stellen damit nur eine der Eingangsgrößen dar, die bei einer Neubewertung der alpinen Wasserkraftnutzung - vor allem von Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken - zu berücksichtigen sind.
e3_consult_Neubarth_Wasserkraft_und_Klimawandel_Pinkafeld_2010.pdf